Photobucket - Video and Image Hosting


Frauen in der römischen Antike
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Artikel: Römische Frauenkleidung
  Erste Schritte in die gelebte Geschichte
  Die erste eigene Römische Garderobe
  Erste Accessoirs
  etwas speziellere Accessoirs
  Wo bekomm ich was?
  How to -
  Veranstaltungskalender 2007
  Buchtipps
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   HP der Cives Rauracensis et Vicani Vindonissenes (CH)
   Lebendige Geschichte (CH) - der Blog von einem Schweizer Museumspädagogen
   über die Römerin und den Römer (D)
   Re-creation of a Roman Girl (E)
   über römisches Schuhwerk (E)
   Englische Seite zur römischen Mode
   VRoma - Virtuelles Rom, gute Datenbank (E)
   Das Geschichtsforum
   Die Frau in der römischen Antike - sehr sehr gute Seite!
   Lateinforum - Linkliste zu Frauen in Rom
   Römischer Alltag (PDF-Datei)
   Frauenkleidung
   Frauen im Zusammenhang mit Militärlagern (d)
   noch eine gute Englische Seite
   BBC Bericht über römische Frauen (englisch)





http://myblog.de/vesta

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Römische Frauenkleidung

Die römische Kleidung ist verhältnismässig simpel (wobei das Wort – Verhältnismässig einiger Beachtung bedarf)

Das wichtigste Kleidungsstück, egal ob Frau, Mann oder Kind, egal ob Italia oder Provinz, es ist immer die Tunica.

Frauen tragen sie länger als Männer (das heisst – Knöchellang), und mit etwas mehr Details (enge oder weite, geschlossene oder geknöpfte, oder gar keine Aermel) Kinder tragen sie +/- Knöchel bis Wadenlang

Einen Schnitt im heutigen Sinne hat eine Tunica nicht – sie entspricht einem sehr grossem T-shirt, mit angewobenen Aermeln. Ah ja – die Aermel... Lange Aermel gelten als weibisch, werden entsprechend von Männern nicht getragen.. Die Aermel entstehen durch die Weite der Tunica, sie müssen nicht mal unbedingt als Aermel erkennbar sein.

Photobucket - Video and Image Hosting

Ich fange mal mit der „feinen römischen Dame“ an – sozusagen das „Paradebeispiel“ aus (Kinder) Büchern

Zuweilen streiten sich die Geister, ob unter der Tunica interior nochmals ein Unterhemd getragen wurde. (Ich persönlich passe es der Witterung an...)
Aber weiter: Ueber die Tunica trägt die römische Matrona (verheiratete Hausfrau) eine Stola. Darüber die Palla.
So, und nun wird es recht verwirrend: In der heutigen Mode ist eine Tunika Oberschenkellang und mogelt gut und gerne etwas runde Hüften weg und streckt die Erscheinung, und eine Stola ein langer Schal – ABER: Die römische Frauentunica ist knöchellang, recht Formlos und wird gegürtet getragen. Die Stola ist eine Art „Trägerkleid“! Der „Schal“ der Römerin ist die Palla – ein recht grosses und umfangreiches Tuch, welches die Trägerin zuweilen recht Nerven kosten kann.

Nerven kostet bei der Stadtrömerinnentracht nicht nur die Palla: Ist die Trägerin vermögend, will sie sich, wie heute auch, mittels ihrer Kleidung von den weniger bemittelten Abheben. Trugen „gewöhnliche“ Frauen Leinen und Wolle (die Wollarbeit war die „Zierde“ der römischen Frau), so mussten statt dessen feinstgewobenes Leinen, (Besser und vornehmer wäre ja Baumwolle und Seide, aber die ist dann doch sehr sehr sehr teuer) vielfach gefältelt, und dann natürlich noch möglichstviel davon (je mehr Stoff man hat, desto reicher – einfache Gleichung). Also wird die Tunica ein Riesengeruscht. Damit das möglichst lange nach was aussieht, wird kreuzweise über den Bauch gegürtet, so dass die schön arrangierten Falten weder drücken, noch verrutschen.
Nun ist aber die feine Dame noch nicht ausgehfertig, Oh nein! Darüber kommt nun die Stola.
Die Stola sollte die Schicklichkeit wahren, war die hauchfeine Tunica doch etwas zu hauchfein.
Sehr sittlich – sehr vornehm, und ein Riesengewurscht. Denn: Die Stola hat ca einen Meter Durchmesser!
Darüber kommt noch, ebenfalls von der Schicklichkeit vorgeschrieben: Die Palla. Ein Wickeltuch, wie es schöner nicht mehr geht, 3m auf ca 1m50, welches immer irgendwo rutscht.
Ist es einmal schön drapiert, darf man keinen Muskel mehr bewegen, sonst ruuuutsch – und das ganze Gezibbel geht wieder los. Das Drama war dann komplett, wenn die rutschende Palla die kunstvolle Frisur zerstört, für die die modische Dame ihrer Ornatrix, der Coiffeuse, während Stunden den Kopf hingehalten hat.. Wir sehen – Dame sein war und ist nicht einfach.

Photobucket - Video and Image Hosting

Die „normale“ römische Frau trug Tunica und Palla. Beides meist selbstgewoben, denn Stoffe waren sehr sehr teuer. Das heisst: Die Tunica war vielleicht geknöpft, vielleicht zugenäht an der Aermelnaht, die Farben nicht ganz so luxuriös und ausgefallen, und die Stoffe eher grob. Da sie aber ihre Stoffe selbst webte, waren kleine Spielereien möglich, so ist zum Beispiel in Florenz (im Museo Archeologico) ein Gewebrest aus dem 1. Jahrhundert erhalten, der am Rand einen Brettchengewobenen Rand aufweist, in einem kleinen Schachbrettmuster. Dieser Rand muss nicht mal breit sein, es genügen 5-6 Brettchen, um dem Gewebe eine gute Webkannte zu geben.

In der Provinz sah die ganze Sache etwas anders aus

Die sog. Provinz war ja vor Ankunft der Römer nicht unbewohnt – je nach Gebiet waren „keltische“ Stämme schon seit Generationen ansässig! Die „keltische“ Mode ist im Grunde der römischen nicht ganz unähnlich – auch sie besteht erst mal aus einer Tunica. Nur die wurde ähnlich wie ein griechischer Peplos getragen – in der frühen Bronzezeit - mit grossen Nadeln hielten die Stoffe an den Schultern zusammen (siehe die Ausgestellten Funde im Landesmuseum Zürich). Sehr hübsch und dekorativ, und nur für besser betuchte möglich. Und dann kam die Fibel!

Eine Fibel funktioniert im Prinzip wie eine heutige Sicherheitsnadel – und bietet überreichlich Möglichkeiten um sich modisch auszutoben. Schon in der frühen Latènezeit (also vor 2500 Jahren) waren Fibeln ein modisch-praktisches Accessoir und ein begehrtes Statussymbol.

Anhand von Fibelfunden, deren Anordnung am Körper ziehen Archäologen heute Rückschlüsse auf die Kleidung der Keltinnen – und der späteren Gallorömerinnen.

Bild der Muttenzer Rekonstruktion von der Kantonsarchäologie Basel-Land

Photobucket - Video and Image Hosting

Die Fibelmode wurde in der Provinz schnell übernommen – wozu denn Tunica und Stola? Tunica und gefibelte Tunica – so ist frau vom Stil her der „römischen Modeikone“, welche sie von Mosaiken, Götterfiguren und Münzen her kennt nahe, und trotzdem auch noch modisch in ihrer Heimat verwurzelt.

Mittels der Fibel hält die Kleidung, wo sie sollte – z.B. ein Dekorativer Ausschnitt: Kein Problem mehr, etwas zusammenraffen, Fibel rein. Die Palla, in der Provinz mehr Accessoir und etwas kleiner als das Stadtrömische Pendant, konnte auch mit einer Fibel zusammengehalten werden.

Damit konnten mehrere Effekte gleichzeitig erreicht werden. (Denn, wenn wir es mal aus "fraulicher" Sicht betrachten, welche Frau möchte nicht nach mehr aussehen, als sie ist?)

Sie konnte zur Schau stellen, dass sie vermögend genug war, sich verschieden gefärbte Stoffe zu leisten. Trug sie die gefiebelte Tunika, konnte sie auch noch mit ihren Fiebeln prunken. Und, was vielleicht auch ein "Mitanreiz" gewesen sein könnte, es ahmte mitunter die Tracht einer "Stadtrömischen" Matrona nach.

Betreffend den Farben lasse ich mal meinen Ovid Sprechen:

Was soll ich von der Kleidung reden? Ich verlange jetzt nicht teure Besätze und auch nicht Wolle, die mit der tyrischen Purpurschnecke rot gefärbt ist Da so viele preisgünstigere Farben aufgekommen sind - was ist es für ein Wahnsinn, sein Vermögen am Körper zu tragen?
Sieh hier die Farbe der Luft, wenn sie wolkenlos ist und kein feuchter Südwind Reenwasser erzeugt[...]
[...] Diese Farbe ahmt die Meereswellen nach und hat auch ihren Namen; ich möchte meinen, dass die Nymphen sich mit solcher Kleidung bedecken.
Jene Farbe wirkt wie Krokus, in einen Krokusmantel hüllt sich die Morgenröte, wenn die taufrische Göttin die Rosse einspannt, die den Tag bringen. Diese Farbe gleicht den Myrten von Paphos, dise gleicht bunten Amethysten, weissen Rosen oder dem thrakischen Kranich, auch deine Eicheln fehlen nicht, Amaryllis, und nicht die Mandelm [...]
[...] Suche du bestimmte Farben aus, denn nicht jede wird zu allen passen. Dunkle Farben stehen der Schneeweissen, Der Briseis stand Dunkles; als sie geraubt wurde, trug sie gerade ein dunkles Gewand. Weiss steht den Dunkelhäutigen, Cepheus Tochter, in Weiss erregtest du Gefallen, in solcher Kleidung betratest Du Seriphos.

Ovid, Ars amatoria Liber III



In der Bilderabfolge eine kleine Zusammenstellung vom Aufbau meiner Gallorömischen Tracht:

Unterkleid, Tunica:







Und anständig angezogen, mit einer kurzen Palla:








Das ganze geht auch mit Doppelgürtung, d.h. der erste Gürtel wird um die Taille geschlungen, der restliche Stoff nach oben gezupft, und nochmals festgebunden.
Das ist gerade bei Kindern, welche noch wachsen eine gute Lösung, oder bei recht schmal gebauten Frauen, um etwas mehr Rundung heranzumogeln











Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung